
Hotel u dobrého pastiera — Heizzentrale, Zimmer und ein Plan für das gesamte Tal
Im Čutkovská-Tal bei Ružomberok steht ein Berghotel — ein hölzernes Chalet auf Steinsockel, goralisch geschnitzte Balkone, oberhalb des Areals ein eigener See, unterhalb der Fenster ein Bach. Hotel u dobrého pastiera öffnete am 1. Dezember 2024 und läuft seit der Eröffnung ohne Eingriffe in der Heizzentrale. Das ist die Geschichte zweier TapHome Core Einheiten in einem einzigen Schaltschrank in der Heizzentrale — eine für die Heizzentrale selbst, eine für die Zimmer — und einer technischen Vereinbarung, dass die Heizzentrale im Normalbetrieb nicht betreten werden muss.
Hotel, Tal, Areal

Das Hotel ist Teil eines größeren Areals im Čutkovská-Tal — neben dem Hotelgebäude befinden sich hier ein weiteres Beherbergungsgebäude, mehrere Restaurants, ein Wellnessbereich, die Handwerksbrauerei Ursus und Konferenzräume. Eigentümer ist Černovské drevenice s.r.o.; den Bau des Hauptgebäudes des Hotels führte in Eigenregie das Schwesterunternehmen LSS — Liptovská stavebná spoločnosť nach dem Entwurf des Architekten Peter Engler aus.
TapHome löst in dieser Phase das Hauptgebäude des Hotels — Heizzentrale, MSR-Technik (Messen, Steuern, Regeln, einschließlich Lüftung) und Zimmer. Die übrigen Objekte des Komplexes haben bisher eigene Heizzentralen mit älterer Technik eines anderen Herstellers, die technisch veraltet und instabil ist. Genau das hat TapHome in Ružomberok eine klare Wachstumsperspektive eröffnet — das Projekt wird von Anfang an mit dem Plan geführt, die Heizzentralen des gesamten Areals schrittweise unter ein einziges System zu bringen.
Wasser aus dem See — der Primärkreis
Der Komplex verfügt über einen eigenen See oberhalb des Areals. Das Wasser fließt im freien Gefälle durch Rohrleitungen in die Heizzentrale und dient als Primärmedium für die Wärmepumpe mit einer Leistung von rund 40 kW. Das Gefälle ist stark genug, dass die Umwälzpumpe im Primärkreis gar nicht laufen muss — TapHome hat sie als Reserve für den Fall verdrahtet, dass das natürliche Gefälle einmal ausfällt.

Zwischen Primärkreis (Seewasser) und Wärmepumpe sitzt ein Plattenwärmetauscher. Bei intensiver Wärmeentnahme droht ihm das Einfrieren — und das wäre für die gesamte Heizzentrale verheerend. Der Investor hatte aus früheren Installationen schlechte Erfahrungen mit Durchflussmessern und Drucksensoren und lehnte deren Einbau ab. CABELLAN baute den Frostschutz des Wärmetauschers daher ausschließlich auf Temperaturfühlern vor und nach dem Wärmetauscher und einem Delta-T-Algorithmus auf: Nähert sich die Temperaturdifferenz dem kritischen Wert, schaltet TapHome die Wärmepumpe präventiv ab.
Der Störungszustand ist zweistufig. Stufe 1 schaltet die Wärmepumpe ab, wenn das Risiko des Einfrierens des Wärmetauschers oder ein anderes kritisches Risiko besteht. Stufe 2 ist eine Störung ohne Abschaltung — die Heizzentrale kann die Wärmelieferung fortsetzen, wenn eine andere Quelle im Komplex verfügbar ist. Genau diese zweite Stufe ist eine stille Investition in den Plan, von dem im nächsten Abschnitt die Rede ist.
Wärmepumpe ohne Modbus, nur über digitales I/O

Die Wärmepumpe wurde nur mit binärer Ein-/Aus-Steuerung (0/100 %) geliefert — ohne vollwertige Modulation und ohne praktikablen Modbus-Pfad. Bei 40 kW Leistung ist eine sprunghafte Änderung von 0 → 100 % schwer zu stabilisieren: Wenn die Heizzentrale die Wärme nicht schnell genug abführt, läuft die Pumpe rasch in eine Störung. Cabellan und HAPA haben die Schnittstelle daher anders ausgelegt.
Den Zustand der Wärmepumpe erkennt TapHome aus einer Kombination von sechs Statussignalen — diskreten digitalen Ausgängen, die die Pumpe gleichzeitig als farbige Statuspunkte in ihrem Schema anzeigt. TapHome liest daraus ab, wann die Pumpe das Einschalten der Umwälzpumpen anfordert, wann der Nachlauf läuft und wann eine Störung gemeldet wird. Diese Schnittstelle über digitales I/O hat sich im stabilen Betrieb als zuverlässig bewährt.
Rund um die Wärmepumpe steuert TapHome eine Reihe modulierender Umwälzpumpen über ein 0–10-V-Signal — die Wärmeabfuhr in den Pufferspeicher, die Durchlauferwärmung des Trinkwarmwassers über einen Plattenwärmetauscher, die Zuführung in den Trinkwarmwasserspeicher, die Verteilung in die Fußbodenheizung, in die Fan-Coils und in den Kühlkreis. Weitere Pumpen werden EIN/AUS geschaltet, Drei-Wege-Mischventile teilen die Hydraulik in Kreise auf, und ein Netz aus NTC-Fühlern erfasst kontinuierlich die Temperaturen in der gesamten Heizzentrale.
Zimmer — wenn der Gast das Fenster öffnet, fährt die Heizung zurück

Die Verteilseite — Heizung und Kühlung in den Zimmern — programmierte das Unternehmen HAPA, s.r.o. aus Oravský Podzámok, langjähriger Partner von CABELLAN aus dem Bereich Schwachstrom, Kameras und Sicherheitssysteme. Programmierer ist Ján Holubčík, Techniker Martin Gerek.
Das Hotel hat 19 Gästezimmer und 6 Mezzanine — insgesamt 25 geregelte Zonen für Heizung und Kühlung, davon 24 Heizzonen (Mezzanine teilen sich gelegentlich eine Zone mit dem darüberliegenden Dachzimmer). Jedes Zimmer hat einen eigenen Multizonen-Controller mit Display und ein 6 UI / 6 UO Modul mit Schaltrelais im Zimmerschaltschrank. Die elektrische Fußbodenheizung wird über Relais aus dem Zimmerschaltschrank geschaltet; Fan-Coils übernehmen sowohl Heizen als auch Kühlen und sind über Modbus integriert.
Ein paar Details, die dem Gast täglich begegnen:
- Magnetkontakte an den Fenstern. Öffnet ein Gast ein Fenster, empfängt TapHome das Signal und Heizung oder Kühlung in der Zone schalten automatisch ab. Heizen bei offenem Fenster ist ausgeschlossen.
- Handtuchheizkörper im Bad. Wird mit Zeitlimit aktiviert — der Gast schaltet ihn ein, das Handtuch wird bis zum Morgen warm, der Heizkörper schaltet sich selbst aus. Niemand vergisst, ihn auszuschalten.
- Master-Modus an der Rezeption. Die Rezeption hat einen Pult mit Display, über das die Belegung der Zimmer eingestellt wird, der Modus belegt / unbelegt umgeschaltet wird und bei Bedarf dem Gast die Bedienung des Thermostats erlaubt oder verwehrt wird. In einem unbelegten Zimmer fährt TapHome den Energieverbrauch automatisch zurück.
Physisch sind alle Module aus den 19 Zimmern im Hauptschaltschrank in der Heizzentrale zentralisiert. An der Rezeption steht nur ein Bedienpult — keine Relais, keine Module, nur die Bedienoberfläche. Das Personal bedient damit das gesamte Hotel aus einer einzigen Sicht, während die physische Infrastruktur unter Verschluss in der Heizzentrale bleibt.
Inbetriebnahme vor Weihnachten
Die Installation begann im Juni 2024, der Termin war der 1. Dezember 2024 — die ersten Hotelgäste konnten nicht verschoben werden, und ab dem Moment der Eröffnung konnte die Heizzentrale nicht mehr abgeschaltet werden. Cabellan und HAPA mussten kurzfristig damit klarkommen — einige Entscheidungen blieben als Kompromisse unter Termindruck stehen. Die gegenseitige Kommunikation der beiden TapHome Cores im Schaltschrank etwa läuft als schnelle Lösung über Relaisverbindungen, die Feinabstimmung der automatischen Umschaltung in den Kühlmodus wurde auf den ersten Sommer verschoben — die Außentemperaturen im Dezember erlaubten schlicht keinen realistischen Test der Kühlung.



Plan — der gesamte Komplex unter einem System

An dieser Stelle wird aus dem Projekt mehr als eine Hotelreferenz — eine Infrastrukturvision. Das Areal ist hydraulisch zusammengeschaltet — alle Heizzentralen (Hotel, Kolibas, Wellness, Brauerei Ursus) sind über Rohrleitungen miteinander verbunden. Ziel ist, dass die Heizzentralen untereinander Wärme teilen können: Wenn eine nicht mehr nachkommt oder gestört ist, liefert die benachbarte ihren Überschuss. TapHome ist auf diese Strategie bereits heute vorbereitet — über den zweistufigen Störungszustand (Stufe 2 = Störung ohne Abschaltung, die Heizzentrale läuft aus einer fremden Quelle weiter).
Die weiteren Etappen werden schrittweise erfolgen — Installation weiterer TapHome-Core-Einheiten in den Heizzentralen einzelner Objekte, Umstellung der Kommunikation zwischen ihnen von Relais auf Modbus TCP, Fernsteuerung der Brauerei Ursus mit lokalen Sicherheitselementen sowie der schrittweise Austausch der älteren Technik in den übrigen Objekten des Komplexes.
Team und Umsetzung
| Rolle | Unternehmen |
|---|---|
| Generalauftragnehmer TapHome — Heizzentrale und MSR-Technik | CABELLAN, s.r.o. — Martin Šustr |
| Programmierung der Wärmeverteilung in den Zimmern | HAPA, s.r.o. (Oravský Podzámok) — Ján Holubčík (Programmierer), Martin Gerek (Techniker) |
| Eigentümer des Hotels | Černovské drevenice s.r.o. |
| Bauunternehmen | LSS — Liptovská stavebná spoločnosť |
| Architekt | Peter Engler |


