
Der WELLPRO WP8026ADAM ist ein 16-Kanal-Digitaleingangsmodul mit optokopplerisolierten, potentialfreien Eingängen. Es handelt sich nativ um ein RS485-Modbus-RTU-Gerät (9600 Baud, N/8/1), das über Modbus TCP und ein RS485-zu-TCP-Gateway in TapHome eingebunden wird — TapHome Core benötigt keinen eigenen RS485-Port.
Die Vorlage macht alle 16 Eingänge (DI 1 – DI 16) als schreibgeschützte Binärsensoren verfügbar. Jeder Eingang wird aus einem diskreten Eingangsregister (1X) mit Modbus-Funktionscode 02 und einem Abfrageintervall von 2500 ms gelesen.
Hardware-Anschluss
Das Modul ist in einem kompakten Hutschienengehäuse (125 × 73 × 35 mm) untergebracht und wird aus einer externen 9–30-VDC-Versorgung gespeist (typisch 2 W). Zwischen den optokopplerisolierten Eingängen und der Logikseite besteht eine Isolation von 1500 VDC, und der RS485-Bus verfügt über einen Blitz- und Störschutz für die industrielle Feldverdrahtung.
Klemmen
Die Klemmleiste ist in zwei Reihen angeordnet:
| Reihe | Klemmen |
|---|---|
| Oben | AVcc, AGnd, DI_01 – DI_08 |
| Unten | DI_09 – DI_16, 485A, 485B |
- AVcc / AGnd — externe DC-Versorgung (9–30 V). Polarität vor dem Einschalten prüfen.
- DI_01 – DI_16 — 16 Digitaleingangskanäle.
- 485A / 485B — RS485-Signal A+ / B−.
Digitaleingangsverdrahtung

Jeder Eingang wird von einem internen Optokoppler angesteuert. Typische Verdrahtung:
- Externe DC-Versorgung (V+/V−) an
AVcc/AGndanschließen. - Eine Seite des externen Kontakts (Taster, Schalter oder NPN-Sensor) an die externe V+-Schiene legen.
- Die andere Seite des Kontakts an die gewünschte Klemme
DI_xxführen.
Wenn der Kontakt schließt, fließt Strom durch den Optokoppler und der Eingang wird im Register als logische 1 gelesen. Auf der Optokopplerseite sind die Eingänge low-aktiv.
Bis zu 254 WELLPRO-Module können sich einen einzelnen RS485-Bus teilen (Adressbereich 0x01 – 0xFE). Wenn mehrere Module an einem Gateway verkettet sind, muss jedes Modul eine eindeutige Slave-Adresse haben (siehe Konfiguration → Modul-Adresse unten).
RS485-zu-TCP-Gateway

Da der WP8026ADAM nativ Modbus RTU spricht, ist zwischen TapHome Core und dem Modul ein Gateway erforderlich:
- Verdrahten Sie
485A/485Bdes Moduls mit den A/B-Klemmen eines RS485-zu-TCP-Gateways (z. B. USR-TCP232, Waveshare RS485 to ETH oder ein gleichwertiger Modbus-TCP ↔ RTU-Konverter). - Verbinden Sie das Gateway per Ethernet mit demselben LAN wie TapHome Core.
- Konfigurieren Sie das Gateway im Modus Modbus TCP server → Modbus RTU master (manchmal als “Modbus TCP to RTU bridge” oder “transparent transmission with Modbus protocol” bezeichnet).
- Stellen Sie die serielle Seite des Gateways auf 9600 Baud, 8 Datenbits, keine Parität, 1 Stoppbit — dies sind die Werkseinstellungen des WP8026ADAM.
Konfiguration
Beim Import der Vorlage in TapHome werden folgende Parameter angegeben:
- IP-Adresse — IP-Adresse des RS485-zu-TCP-Gateways (Standard:
192.168.0.1) - Slave ID — Modbus-Adresse des WP8026ADAM am RS485-Bus (Standard:
1, Bereich0x01 – 0xFE)
Weisen Sie dem Gateway eine statische IP-Adresse oder eine DHCP-Reservierung im Router zu. Ändert sich die Gateway-Adresse nach einem Neustart, verliert TapHome die Kommunikation mit dem Modul.
Modbus-Kommunikation aktivieren
Der WP8026ADAM hat kein Menü, keine DIP-Schalter und keine Weboberfläche. Auf der seriellen Seite befindet er sich stets im Modbus-RTU-Slave-Modus — ein Schritt “Modbus aktivieren” am Gerät selbst ist nicht erforderlich. Die Inbetriebnahme erfolgt auf zwei Ebenen:
- Am Gateway — konfigurieren Sie die Modbus-TCP ↔ RTU-Brücke und die seriellen Parameter (siehe RS485-zu-TCP-Gateway oben).
- Am Modul — optional die Modbus-Slave-Adresse oder die seriellen Parameter durch Schreiben in zwei Holding-Register ändern (siehe unten). Die Werkseinstellungen sind in der Regel ausreichend.
Modul-Adresse
Die Modbus-Slave-Adresse jedes Moduls ist im Holding-Register 0x0064 gespeichert (FC 06 Schreiben, FC 03 Lesen). Die Standardadresse ist 0x01 und bleibt nach einem Stromausfall erhalten.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Register | H:0x0064 (4X 40101) |
| Datentyp | UInt16 |
| Standard | 0x01 |
| Bereich | 0x01 – 0xFE |
Um die Adresse zu ändern, senden Sie einen Broadcast-Schreibbefehl (Master-Adresse 0x00) mit Funktionscode 0x06:
| |
Während einer Broadcast-Adressänderung darf nur ein einziges Modul am RS485-Bus angeschlossen sein. Sind mehrere Module am Bus, akzeptieren alle den Broadcast und teilen sich anschließend dieselbe Adresse.
Serielle Parameter (Baud / Parität)
Die seriellen Parameter sind im Holding-Register 0x0065 gespeichert. Der Werkswert ist 0x0002 (9600, N, 8, 1).
| Wert | Baud | Parität | Daten | Stopp |
|---|---|---|---|---|
0x0001 | 4800 | keine | 8 | 1 |
0x0002 | 9600 | keine | 8 | 1 (Standard) |
0x0003 | 19200 | keine | 8 | 1 |
0x0004 | 38400 | keine | 8 | 1 |
0x0005 | 4800 | gerade | 8 | 1 |
0x0006 | 9600 | gerade | 8 | 1 |
0x0007 | 19200 | gerade | 8 | 1 |
0x0008 | 38400 | gerade | 8 | 1 |
Nach einer Änderung der seriellen Parameter muss das Modul aus- und wieder eingeschaltet werden, damit die neuen Einstellungen wirksam werden. Niedrigere Baudraten bieten höhere Störfestigkeit auf langen Kabelstrecken.
Die Register für Modul-Adresse und serielle Parameter werden von der TapHome-Vorlage nicht bereitgestellt. Konfigurieren Sie sie einmalig während der Inbetriebnahme mit dem PC-Debug-Tool des Moduls, einem allgemeinen Modbus-Poll-Dienstprogramm oder einer temporären direkten RS485-Verbindung.
Gerätefunktionen
Die Vorlage stellt 16 schreibgeschützte Digitaleingangssensoren bereit.
Digitaleingänge (DI 1 – DI 16)
Sechzehn einzeln adressierte Binärsensoren, jeder einem diskreten Eingangsregister (1X) zugeordnet:
| Gerät | Klemme | Register | Funktionscode |
|---|---|---|---|
| DI 1 | DI_01 | 1X 10001 (D:0) | 02 |
| DI 2 | DI_02 | 1X 10002 (D:1) | 02 |
| DI 3 | DI_03 | 1X 10003 (D:2) | 02 |
| DI 4 | DI_04 | 1X 10004 (D:3) | 02 |
| DI 5 | DI_05 | 1X 10005 (D:4) | 02 |
| DI 6 | DI_06 | 1X 10006 (D:5) | 02 |
| DI 7 | DI_07 | 1X 10007 (D:6) | 02 |
| DI 8 | DI_08 | 1X 10008 (D:7) | 02 |
| DI 9 | DI_09 | 1X 10009 (D:8) | 02 |
| DI 10 | DI_10 | 1X 10010 (D:9) | 02 |
| DI 11 | DI_11 | 1X 10011 (D:10) | 02 |
| DI 12 | DI_12 | 1X 10012 (D:11) | 02 |
| DI 13 | DI_13 | 1X 10013 (D:12) | 02 |
| DI 14 | DI_14 | 1X 10014 (D:13) | 02 |
| DI 15 | DI_15 | 1X 10015 (D:14) | 02 |
| DI 16 | DI_16 | 1X 10016 (D:15) | 02 |
Jedes Gerät erscheint in TapHome als einzelner binärer (Reed-Kontakt-)Sensor. Das Abfrageintervall beträgt 2500 ms pro Kanal. Da der WP8026ADAM keine Ausgänge besitzt, sind alle Geräte schreibgeschützt.
Nutzen Sie die kanalindividuellen LEDs auf der Frontplatte (01 – 16) zur schnellen Sichtkontrolle während der Inbetriebnahme. Eine leuchtende LED bedeutet, dass der zugehörige Optokoppler leitet — diesen Zustand sieht TapHome als geschlossen auf dem jeweiligen Kanal.
Fehlersuche
Keine Modbus-Kommunikation
- Prüfen Sie, ob das RS485-zu-TCP-Gateway von TapHome Core aus erreichbar ist (Ping auf die Gateway-IP).
- Öffnen Sie die Weboberfläche des Gateways und bestätigen Sie, dass es im Modus Modbus TCP server / Modbus TCP to RTU bridge arbeitet, nicht in einem transparenten TCP-Passthrough.
- Prüfen Sie, dass die seriellen Parameter des Gateways mit dem Modul übereinstimmen: 9600 Baud, 8 Datenbits, keine Parität, 1 Stoppbit (Werkseinstellungen).
- Prüfen Sie die POWER/DATA-LED am WP8026ADAM — sie muss grün leuchten. Leuchtet sie nicht, fehlt an
AVcc/AGnddie 9–30-V-Versorgung (oder die Polarität ist vertauscht). - Stellen Sie sicher, dass die in TapHome konfigurierte Slave-ID der im Modul-Adressregister
0x0064hinterlegten Adresse entspricht. Der Werkswert ist1. - Prüfen Sie die RS485-Verdrahtung:
485A↔ Gateway A (+),485B↔ Gateway B (−). Vertauschte A/B-Leitungen sind das häufigste RS485-Problem.
POWER/DATA-LED leuchtet während der Abfrage rot
Eine rote LED zeigt an, dass das Modul einen fehlerhaften oder außerhalb des Bereichs liegenden Befehl empfangen hat (z. B. CRC-Fehler oder eine Anfrage an einen anderen Slave). Prüfen Sie den Gateway-Modus — manche Bridges leiten rohe TCP-Bytes weiter, statt sie korrekt in Modbus RTU zu verpacken, was CRC-Fehler erzeugt.
Alle 16 Eingänge liefern denselben Zustand
- Wenn alle Eingänge 0 lesen, wird die externe V+-Schiene wahrscheinlich nicht über die Kontakte geführt, sodass kein Strom zu den Optokopplern fließt.
- Wenn alle Eingänge dauerhaft 1 lesen, sind die Kontakte möglicherweise direkt zwischen V+ und DI kurzgeschlossen, ohne Rückweg über das Netzteil. Prüfen Sie die Verdrahtung im Diagramm Digitaleingangsverdrahtung — der Optokoppler benötigt einen vollständigen Stromkreis über die externe DC-Versorgung.
Modul antwortet nach einer Änderung der seriellen Parameter nicht mehr
Ein Schreibzugriff auf Register 0x0065 wird erst nach einem Neustart wirksam. Bis zum Neustart verwendet das Modul weiterhin die vorherigen seriellen Einstellungen. Aktualisieren Sie nach dem Neustart die seriellen Parameter des Gateways auf die neuen Baud/Parity-Werte, bevor Sie es wieder anschließen.
Zwei Module antworten auf derselben Adresse
Wurden zwei Module gleichzeitig per Broadcast in Betrieb genommen, teilen sie sich nun dieselbe Slave-Adresse. Trennen Sie alle außer einem Modul vom RS485-Bus und führen Sie die Broadcast-Adressänderung dann nacheinander für jedes Modul einzeln aus.