
Das Nibe VVM S320 ist ein Inneneinheit-Wärmepumpenmodul, das Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftung (ERS 1 Energierückgewinnung) in einem Gerät vereint. TapHome verbindet sich direkt über integriertes Modbus TCP/IP per Ethernet oder WiFi — kein externes Gateway oder Zubehör erforderlich. Das VVM S325 verwendet den gleichen Registersatz und ist vollständig austauschbar.
Die Vorlage bietet 82 Serviceattribute für Temperaturüberwachung, Heizkurvenverwaltung, Warmwasserbedarfssteuerung, ERS 1-Lüftergeschwindigkeitskonfiguration, Gradminuten-Indikatoren, Energiemessung, Kompressorstatistiken und Alarmverarbeitung.
Netzwerkverbindung
Das VVM S320 verfügt über integrierte Modbus TCP/IP-Unterstützung, die über das Touchscreen-Display des Geräts aktiviert wird. Verbinden Sie das Gerät mit dem gleichen lokalen Netzwerk wie TapHome Core — entweder per Ethernet (Menü 5.2.2) oder WiFi (Menü 5.2.1).
- Protokoll: Modbus TCP
- Port: 502
- Standard-Slave-ID: 1 (manche Installationen verwenden 0)
- Register: Input (FC04) für schreibgeschützte Sensoren, Holding (FC03) für Lese-/Schreibeinstellungen
Weisen Sie dem VVM S320 eine statische IP-Adresse über die DHCP-Reservierungseinstellungen Ihres Routers zu. Die aktuelle Netzwerkkonfiguration kann im Menü 3.1.13 („Verbindungen") auf dem Display des Geräts überprüft werden.
Aktivierung der Modbus-Kommunikation
Modbus TCP muss auf der Wärmepumpe explizit aktiviert werden, bevor TapHome eine Verbindung herstellen kann:
- Tippen Sie auf dem VVM S320-Touchscreen auf das Menüsymbol (drei horizontale Linien), um das Hauptmenü zu öffnen
- Navigieren Sie zu Mein System (Menü 4) > Erweiterte Einstellungen > Modbus TCP/IP (Menü 7.5.9)
- Schalten Sie Verbunden auf EIN
- Lassen Sie Modbus ext. calc. supply (7.5.9.1) auf AUS
- Lassen Sie Modbus ext. sensor input (7.5.9.2) auf ALLE AUS
Beim Import der Vorlage in TapHome geben Sie an:
- IP-Adresse — die IP-Adresse des Geräts im lokalen Netzwerk (prüfen Sie Menü 3.1.13 oder die DHCP-Tabelle des Routers)
- Slave-ID — Modbus-Slave-Adresse (Standard: 1)
Wenn Modbus TCP im Menü 7.5.9 nicht aktiviert ist, erhält TapHome „Error on read request"-Antworten. Dies ist ein Konfigurationsproblem der Pumpe, kein Netzwerkproblem.
Firmware-Version 2.2.1 oder neuer wird empfohlen. Updates können von myuplink.com heruntergeladen und über den USB-Anschluss am Display installiert werden.
Gerätefunktionen
Die Vorlage stellt folgende Geräte bereit, gruppiert nach Funktion:
Temperaturüberwachung
Sieben Temperatursensoren lesen aus Input-Registern mit automatischer Division durch 10:
| Sensor | Register | Beschreibung |
|---|---|---|
| Außentemperatur (BT1) | A:1 | Aktuelle Außenlufttemperatur |
| Vorlauftemperatur (BT2) | A:5 | Vorlauftemperatur |
| Rücklauftemperatur (BT3) | A:7 | Rücklauftemperatur |
| Warmwasser oben (BT7) | A:8 | Temperatur im oberen Bereich des Warmwasserspeichers |
| Warmwasserladung (BT6) | A:9 | Warmwasser-Ladetemperatur |
| Raumtemperatur (BT50) | A:26 | Raumsensortemperatur (optionaler Sensor) |
| Vorlauftemperatur (BT63) | A:72 | Zusatzwärme-Vorlauftemperatur |
Weitere luftseitige Temperatursensoren sind über das Lüftungsmodul verfügbar:
- Abluft (BT20) — liest H:19, Abluft aus dem ERS 1-Wärmetauscher
- Fortluft (BT21) — liest H:20 (siehe Bekannte Einschränkungen)
- Berechnete Vorlauftemperatur — liest A:1017, die vom System berechnete Soll-Vorlauftemperatur
Betriebsmodussteuerung
- Betriebsmodus — liest/schreibt H:237. Auswahl zwischen Auto (0), Manuell (1) und Nur Zusatzheizung (2). Im Auto-Modus verwaltet die Wärmepumpe den Heizbedarf automatisch; Manuell ermöglicht direkte Steuerung; Nur Zusatzheizung deaktiviert den Kompressor.
- Betriebspriorität — liest A:1028. Zeigt die aktuelle Systempriorität: 10=aus, 20=Warmwasser, 30=Heizung, 40=Pool, 60=Kühlung.
Heizkurvenverwaltung
Die Vorlage bietet vollständige Kontrolle über die witterungsgeführte Heizkurve für Klimasystem 1:
- Heizkurve — liest/schreibt H:26 (Bereich 0–15, Standard 9). Die Kurvensteigung bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur bei sinkender Außentemperatur ansteigt.
- Kurvenverschiebung — liest/schreibt H:30 (Bereich -10 bis +10, Standard 0). Parallelverschiebung der gesamten Kurve nach oben oder unten.
- Min / Max Vorlauftemperatur — liest/schreibt H:34 und H:38 (Division durch 10 für °C). Begrenzt die berechnete Vorlauftemperatur auf einen sicheren Bereich.
- Eigene Kurve P1–P7 — liest/schreibt H:39–H:45. Sieben benutzerdefinierte Heizkurvenpunkte bei Außentemperaturen von +20 °C (P7) bis -40 °C (P1), die eine vollständig benutzerdefinierte Kurve ermöglichen.
Externe Klimakorrektur
Vier schreibgeschützte Sensoren zeigen die aktuellen externen Korrekturwerte für die Klimasysteme 1–4:
- Externe Korrektur Klimasystem S1–S4 — liest A:1054–A:1057
Zwei beschreibbare Register ermöglichen eine externe Überschreibung:
- Externe Korrektur Klimasystem — liest/schreibt H:51 (Bereich -10 bis +10)
- Externe Korrektur Raumsensor Kühlung 1 — liest/schreibt H:4153 (Division durch 10 für °C)
Gradminuten
Gradminuten sind der primäre Wärmebedarfsindikator in Nibe-Systemen — ein negativer Wert bedeutet, dass das Haus Heizung benötigt, und je negativer der Wert, desto stärker arbeitet das System:
- Gradminuten — liest/schreibt H:18 (Division durch 10, Bereich -3000 bis +3000 DM). Der wichtigste Wärmebedarfsindikator. Das Schreiben eines großen negativen Werts erzwingt den sofortigen Kompressorstart.
- Gradminuten Kühlung — liest/schreibt H:20. Kühlbedarfsindikator.
- DM Start Zusatzheizung — liest A:97. Schwellenwert für das Einschalten der zusätzlichen Elektroheizung.
- DM Start Kompressor — liest A:159. Schwellenwert für den Kompressorstart.
Warmwassermanagement
- Warmwasserbedarfsmodus — liest/schreibt H:56. Auswahl zwischen Klein (0), Mittel (1), Groß (2) und Smart Control (3). Der Modus bestimmt, wie aggressiv das System die Warmwassertemperatur hält.
- Warmwassertemperatur oben (BT7) — liest A:8 (Division durch 10 für °C)
- Warmwasser-Ladetemperatur (BT6) — liest A:9 (Division durch 10 für °C)
- Warmwasserzirkulation Ausgangstemperatur — liest A:87, ausgehende Warmwassertemperatur vom BT70-Sensor
- Aktuelle Warmwassersteuerung — liest A:137, identifiziert, welches Subsystem aktuell die Warmwasserbereitung steuert
Lüftergeschwindigkeitssteuerung (ERS 1)
Das VVM S320 enthält ein integriertes ERS 1 (Energierückgewinnungssystem) mit konfigurierbaren Lüftergeschwindigkeiten für Zuluft und Abluft. Jeder Lüfter hat vier Geschwindigkeitsstufen plus eine normale Betriebsgeschwindigkeit:
| Einstellung | Zuluft-Register | Abluft-Register | Standard |
|---|---|---|---|
| Stufe 1 (Minimum) | H:1041 | H:1024 | 0% |
| Stufe 2 (Niedrig) | H:1040 | H:1023 | 30% |
| Stufe 3 (Mittel) | H:1039 | H:1022 | 80% |
| Stufe 4 (Maximum) | H:1038 | H:1021 | 100% |
| Normal | H:1042 | H:1025 | 60% / 75% |
Weitere Lüftungssteuerung:
- Lüftungsmodus — liest/schreibt H:104, Auswahl des Lüftungsbetriebsmodus
- Rückkehrzeit Lüfter 1–4 — liest/schreibt H:115–H:118, Stunden bis der Lüfter von einer Geschwindigkeitsüberschreibung zur Normalgeschwindigkeit zurückkehrt (1–24 h, Standard 4 h)
- Bypass-Temperatur — liest/schreibt H:1044 (Bereich 2–10 °C, Standard 4 °C), Temperaturschwelle für die Umgehung des Wärmetauschers
Energieüberwachung
Die Vorlage enthält Erzeugungs- und Verbrauchszähler:
- Erzeugte Energie (Heizung) — liest A:2283 (Division durch 100 für kWh)
- Erzeugte Energie (Warmwasser) — liest A:2285
- Verbrauchte Energie (Heizung) — liest A:2291
- Verbrauchte Energie (Warmwasser) — liest A:2293 (Division durch 100 für kWh)
- Verbrauchte Energie (Zusatzheizung) — liest A:2299
- Aktuelle Leistung — liest A:2305 (Division durch 100 für kW)
- Energiefluss (Kompressor + Zusatzheizung) — liest A:1577 (uInt32, Division durch 10 für kWh)
- Energiefluss (Warmwasser, Kompressor + Zusatzheizung) — liest A:1575 (Int32, Division durch 10 für kWh)
Kompressorstatistiken
- Kompressor Gesamtzeit EP14 / EP15 — liest A:2335 und A:2337, gesamte Betriebsstunden
- Kompressor Heizzeit EP14 / EP15 — liest A:2339 und A:2341, heizungsspezifische Betriebsstunden
- Gesamtlaufzeit (Zusatzheizung) — liest A:1025, Laufzeit der Zusatzheizung (verfügbar als 16-Bit- und 32-Bit-Variante)
Systemzustand und Alarme
- Alarmnummer — liest A:1975, der aktuell aktive Alarmcode
- Alarm-Reset — schreibt in H:22, löscht den aktiven Alarm
- Alarm niedrige Raumtemperatur — liest H:196, Alarmschwelle für Raumtemperatur
- Alarm niedrige Warmwassertemperatur — liest H:197, Alarmschwelle für Warmwassertemperatur
- Zusatzheizungsstufen — liest A:1029, Anzahl aktiver interner Elektroheizungsstufen
Weitere Geräte
- Durchflusssensor — liest A:40 (Division durch 10 für l/min), Durchflussrate des Heizmediums von BF1
- Heizmedium-Pumpengeschwindigkeit — liest A:1636, GP1-Pumpengeschwindigkeit in Prozent
- Pumpengeschwindigkeit (S135) — liest/schreibt H:1036, Pumpengeschwindigkeit des Lüftungsmoduls (1–100%, Standard 70%)
- Mischventil QN11 (EM1) — liest A:1034, Mischventilstatus (10=aus, 20=aktiv, 30=passiv, 40=öffnet, 50=schließt)
- Estrichtrocknung — liest/schreibt H:120, aktiviert/deaktiviert das Estrichtrocknungsprogramm (0=aus, 1=ein)
- Filterwechselintervall — liest/schreibt H:119, Monate zwischen Filterwechseln (1–24, Standard 3)
- Feuchtigkeits-Sollwert — liest/schreibt H:997, relativer Feuchtigkeits-Sollwert (30–90%, Standard 60%)
- HTS 1 — liest/schreibt H:998, Hochtemperatureinstellung ein/aus
- OPT — liest/schreibt H:1015, Energieoptimierer ein/aus
- OPT DM Startdifferenz — liest/schreibt H:1016, Gradminuten-Startdifferenz für OPT (10–2000, Standard 700)
Bekannte Einschränkungen
Die Vorlage enthält vier Register-Mapping-Inkonsistenzen, die aus der XML-Quelle übernommen wurden. Diese verhindern nicht den normalen Betrieb, können aber bestimmte Messwerte beeinflussen:
H:20 Doppelzuordnung — Register H:20 ist sowohl „Gradminuten Kühlung" (R/W) als auch „Fortluft BT21" (schreibgeschützt) zugeordnet. Die Nibe-Bibliothek bestätigt, dass H:20 „Cooling degree minutes" (FC03, R/W) ist. Der BT21-Sensor befindet sich tatsächlich im Input-Register A:20 (FC04). Die Vorlage enthält wahrscheinlich einen falschen Funktionscode für BT21.
H:51 Doppelzuordnung — Register H:51 ist sowohl „Externe Korrektur Raumsensor Klimasystem" als auch „Externe Korrektur Klimasystem" zugeordnet. Beide lesen/schreiben das gleiche Register. Die „Raumsensor"-Variante war wahrscheinlich für H:55 (ein anderes Register) vorgesehen, wurde aber in der Vorlage auf H:51 gemappt.
A:1025 Doppelzuordnung — Register A:1025 erscheint sowohl als 16-Bit- („CAS CHODU TOTAL") als auch als 32-Bit- („TOTAL RUN TIME") Serviceattribut. Die Nibe-Bibliothek bestätigt, dass es sich um ein 32-Bit-Register (s32, 6 Bytes) handelt. Die 16-Bit-Variante kann bei Geräten mit langer Laufzeit überlaufen.
Skalierung der Energieregister — Energieregister verwenden inkonsistente Skalierungsfaktoren: A:2283 und A:2293 verwenden /100, während A:2285, A:2291 und A:2299 keinen Skalierungsfaktor haben. Dies kann auf unterschiedliche Einheiten (kWh vs MWh) oder fehlende Umrechnungsfaktoren in der Vorlage hindeuten. Überprüfen Sie die Messwerte mit dem Display des Geräts.
Fehlerbehebung
Keine Modbus-Kommunikation
- Überprüfen Sie, ob Modbus TCP/IP im Menü 7.5.9 auf dem Display des Geräts aktiviert ist — der Schalter „Verbunden" muss auf EIN stehen
- Prüfen Sie die IP-Adresse des Geräts im Menü 3.1.13 („Verbindungen")
- Stellen Sie sicher, dass TapHome Core und VVM S320 im gleichen Netzwerk/Subnetz sind
- Versuchen Sie Slave-ID 0, wenn die Standard-ID 1 nicht antwortet
- Setzen Sie den Modbus-Timeout auf mindestens 14 Sekunden mit 3 Wiederholungen
Falsche Temperaturmesswerte
Alle Temperaturregister verwenden einen Skalierungsfaktor von 10 (Rohwert durch 10 teilen für °C). Wenn Messwerte 10x zu hoch erscheinen, überprüfen Sie, ob die Division durch 10 angewendet wird. Die Register A:87 (Warmwasserzirkulation) und H:19 (Abluft) können ebenfalls eine Division durch 10 erfordern, aber die Vorlage enthält die Umrechnung nicht — überprüfen Sie die Werte mit dem Display des Geräts.
Änderungen der Lüftergeschwindigkeit ohne Wirkung
ERS 1-Lüftergeschwindigkeiten werden als Prozentsätze konfiguriert (0–100%). Wenn eine Lüftergeschwindigkeitsänderung keine Wirkung zeigt, überprüfen Sie den Lüftungsmodus (H:104) — das Gerät könnte sich in einem Modus befinden, der manuelle Geschwindigkeitseinstellungen überschreibt. Überprüfen Sie außerdem, ob die Rückkehrzeit (H:115–H:118) abgelaufen ist, was den Lüfter auf Normalgeschwindigkeit zurücksetzen würde.
Inkonsistente Energiemesswerte
Aufgrund gemischter Skalierungsfaktoren in den Energieregistern können einige Messwerte um Größenordnungen abweichen. Vergleichen Sie mit den Werten auf dem Display des Geräts. Register mit Faktor /100 zeigen Werte in kWh; Register ohne Faktor können in anderen Einheiten vorliegen. Siehe Bekannte Einschränkungen oben.
