
Der NIBE SMO S40 ist ein wandmontiertes Steuerungsmodul für NIBE Luft/Wasser-Wärmepumpensysteme (F2040, F2120, F2030, F2300, HBS 05, AMS 10). Er verfügt über ein Touchscreen-Display, WiFi- und Ethernet-Konnektivität sowie einen integrierten Modbus TCP Server. TapHome verbindet sich direkt über das lokale Netzwerk — kein zusätzliches Gateway erforderlich.
Die Vorlage stellt 26 Geräte bereit, die Temperaturüberwachung (Außen, Raum, Vorlauf, Rücklauf, Warmwasser), Heizsystemsteuerung (Heizkurve, Kurvenverschiebung, Gradminuten), Warmwasserbedarfsauswahl, Betriebsmodus- und Prioritätsüberwachung, Durchflussüberwachung, Lastmonitor-Stromsensoren, Pumpenstatus und Alarmverwaltung abdecken.
Hardwareanschluss
Der SMO S40 verfügt über einen RJ45 Ethernet-Port (XF8) an der Displayeinheit (AA4) und integriertes WiFi (2,4 GHz). Verbinden Sie ihn über ein Standard-Ethernet-Kabel oder WiFi mit demselben lokalen Netzwerk wie TapHome Core.
- Protokoll: Modbus TCP
- Port: 502
- Standard Slave ID: 1
- Netzwerk: Ethernet (XF8) oder WiFi (2,4 GHz, 802.11)
Die RS-485 Klemmleiste X9 (Pins 4=A, 5=B, 6=GND) wird ausschließlich für die Kommunikation zwischen dem SMO S40 und angeschlossenen NIBE Wärmepumpen verwendet. Verwenden Sie X9 nicht für TapHome — nutzen Sie den Ethernet-Port (XF8) oder WiFi für Modbus TCP.
Komponentenlayout

Wichtige Anschlüsse für die TapHome-Integration:
| Anschluss | Position | Funktion |
|---|---|---|
| XF8 | Displayeinheit (AA4) | Ethernet — Modbus TCP Kommunikation mit TapHome |
| X9:4–6 | Verbindungskarte (AA100) | RS-485 Bus zu angeschlossenen Wärmepumpen (A, B, GND) — nicht für TapHome |
| X10 | Verbindungskarte (AA100) | Sensoreingänge (BT1, BT50, BT6, BT7, BT25, BT71, AUX) |
| X11 | Verbindungskarte (AA100) | Gemeinsame GND für alle Sensoreingänge |
| X14 | Verbindungskarte (AA100) | Lastmonitor-Stromsensoren (BE1, BE2, BE3) |
Sensorverkabelung


Alle Temperatursensoren werden an die Klemmleiste X10 mit gemeinsamer GND an X11 angeschlossen. Verwenden Sie Kabel mit min. 0,5 mm² bis 50 m Länge (EKKX, LiYY oder gleichwertig). Führen Sie Sensor- und Kommunikationskabel nicht entlang von Starkstromkabeln.
| Pin (X10) | Sensor | Register | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| 1 | BT1 | A:1 | Außentemperatur — im Schatten an der Nord-/Nordwestwand montieren |
| 2 | BT50 | A:26 | Raumtemperatur — in Menü 1.3 aktivieren, 1,5 m über Boden montieren |
| 3 | BT6 | A:9 | Warmwasserladung — im Tauchhülsenrohr am Warmwasserbereiter platziert |
| 4 | BT7 | A:8 | Warmwasser oben — am oberen Ende des Speichers |
| 5 | BT25 | A:39 | Externe Vorlauftemperatur |
| 6 | BT71 | A:88 | Externe Rücklauftemperatur |
Lastmonitor-Stromsensoren (BE1–BE3) werden an die Klemmleiste X14 mit GND an X13 angeschlossen. Jeder Sensor ist eine CT-Klemme, die am eingehenden Phasenleiter installiert wird.
Konfiguration
Modbus-Kommunikation aktivieren
Modbus TCP wird über das Installateurmenü aktiviert. Folgende Schritte sind erforderlich:
- Mit Netzwerk verbinden — Ethernet-Kabel in XF8 einstecken oder WiFi in Menü 5.2.1 konfigurieren
- TCP/IP-Einstellungen konfigurieren — in Menü 5.2 Automatisch (DHCP) oder Manuell (statische IP, Subnetzmaske, Gateway, DNS) wählen
- Modbus TCP/IP aktivieren — zu Menü 7.5.9 navigieren und Modbus TCP/IP auf Ein stellen
- Netzwerkstatus prüfen — in Menü 3.1.13 („Verbindungen") die zugewiesene IP-Adresse überprüfen
Für Modbus TCP Unterstützung ist Softwareversion 2.2.1 oder neuer erforderlich. Die verfügbaren Register hängen vom installierten und aktivierten Zubehör ab.
Beim Import der Vorlage in TapHome geben Sie an:
- IP-Adresse — die IP-Adresse des SMO S40 im lokalen Netzwerk
- Slave ID — Modbus Slave-Adresse (Standard: 1)
Weisen Sie dem SMO S40 eine statische IP-Adresse zu oder erstellen Sie eine DHCP-Reservierung in den Routereinstellungen. Das Gerät unterstützt kein mDNS, daher unterbricht eine sich ändernde IP-Adresse die Verbindung.
Der SMO S40 kann seine Registerliste auf einen USB-Stick exportieren. Stecken Sie einen USB-Speicherstick ein und gehen Sie zu Menü 7.5.9 → „Export most used registers" oder „Export all registers" (CSV-Format). Dies ist nützlich zur Überprüfung der verfügbaren Register bei der jeweiligen Installation.
Gerätefunktionen
Die Vorlage stellt 26 Geräte bereit, organisiert in sechs Funktionsgruppen: Temperaturüberwachung, Heizsystemsteuerung, Warmwasserverwaltung, Systemstatus, Durchfluss- und Pumpenüberwachung und elektrische Überwachung.
Temperaturüberwachung
Sechs Temperatursensoren liefern ein vollständiges thermisches Bild des Heizsystems:
- Außentemperatur (BT1) — Außenlufttemperatur vom BT1-Sensor (Register A:1, Int16, Faktor 10). Montieren Sie den Sensor im Schatten an einer Nord- oder Nordwestwand.
- Raumtemperatur (BT50) — Raumlufttemperatur (Register A:26, Int16, Faktor 10). Muss in Menü 1.3 aktiviert werden. 1,5 m über Boden an einer freien Innenwand montieren.
- Externe Vorlauftemperatur (BT25) — Vorlauftemperatur nach der Wärmepumpe (Register A:39, Int16, Faktor 10). Teilt der Wärmepumpe mit, wann sie mit der Heiz- oder Kühlproduktion beginnen soll.
- Rücklauftemperatur (BT71) — Rücklauftemperatur (Register A:88, Int16, Faktor 10). Dient zur Überprüfung der korrekten Einstellung des Klimasystems.
- Warmwassertemperatur oben (BT7) — Temperatur am oberen Ende des Warmwasserspeichers (Register A:8, Int16, Faktor 10). Zeigt die verfügbare Warmwassertemperatur an.
- Warmwasser-Ladetemperatur (BT6) — Temperatursensor im Tauchhülsenrohr (Register A:9, Int16, Faktor 10). Steuert Start/Stopp der Warmwasserproduktion.
Zwei berechnete Temperaturen sind ebenfalls verfügbar:
- Berechnete Vorlauftemperatur — die vom Regler berechnete Soll-Vorlauftemperatur (Register A:1017, Int16, Faktor 10).
- Berechnete Vorlauftemperatur (Kühlung) — Soll-Vorlauftemperatur für den Kühlmodus (Register A:1567, Int16, Faktor 10). Nur relevant bei aktiver Kühlung.
Heizsystemsteuerung
Die Vorlage bietet direkte Steuerung der Heizkurvenparameter:
- Heizkurve — Lese-/Schreibkoeffizient, der das Verhältnis zwischen Außentemperatur und Vorlauftemperatur bestimmt (Register H:26, Int16). Ein höherer Wert erzeugt eine steilere Kurve und höhere Vorlauftemperaturen bei niedrigen Außentemperaturen.
- Kurvenverschiebung — parallele Lese-/Schreibverschiebung der Heizkurve (Register H:30, Int16). Eine positive Verschiebung erhöht die Vorlauftemperatur und sorgt für wärmere Räume.
- Gradminuten — Lese-/Schreibindikator für den Heizbedarf (Register H:18, Int16, Faktor 10). Negative Werte zeigen Wärmebedarf an; der Kompressor startet bei einem konfigurierbaren Schwellenwert (Standard -60 DM). Bereich: -3000 bis 100.
- Gradminuten (Kühlung) — Lese-/Schreibindikator für den Kühlbedarf (Register H:20, Int16). Positive Werte zeigen Kühlbedarf an.
- Minimale Vorlauftemperatur — unterer Grenzwert der Vorlauftemperatur (Register H:34, Int16, Faktor 10). Nur lesen.
- Maximale Vorlauftemperatur — oberer Grenzwert der Vorlauftemperatur (Register H:38, Int16, Faktor 10). Nur lesen. Schützt Fußbodenheizung vor Überhitzung.
Warmwasserverwaltung
- Warmwasserbedarf — Lese-/Schreib-Mehrfachauswahl für die Warmwasser-Bedarfsstufe (Register H:56, Int16). Werte: 0 = Klein, 1 = Mittel, 2 = Groß, 3 = Intelligente Steuerung. Klein/Mittel/Groß steuern die Warmwasser-Solltemperaturen; Intelligente Steuerung verwendet einen adaptiven Algorithmus.
Systemstatus und Steuerung
- Betriebsmodus — Nur-Lese-Anzeige des aktuellen Betriebsmodus (Register H:237, Int16). Werte: 0 = Auto, 1 = Manuell, 2 = Nur Zusatzheizung. Der Auto-Modus nutzt Außentemperatur und Gradminuten zur automatischen Steuerung von Heizung, Kühlung und Warmwasser.
- Betriebspriorität — Nur-Lese-Anzeige der aktuellen Systempriorität (Register A:1028, Int16). Werte: 10 = Aus, 20 = Warmwasser, 30 = Heizung, 40 = Pool, 60 = Kühlung.
- Alarmnummer — aktiver Alarmcode, nur lesen (Register A:1975, UInt16). Der Wert 0 bedeutet kein Alarm. Alarmcodes sind gerätespezifisch — siehe NIBE Installateurhandbuch für Code-Definitionen.
- Alarm zurücksetzen — Lese-/Schreibschalter zum Bestätigen und Löschen des aktiven Alarms (Register H:22, Bool). Der Wert wird nach dem Schreiben automatisch zurückgesetzt. Untersuchen Sie immer die Alarmursache vor dem Zurücksetzen.
Pumpenstatus
- Externe Heizungspumpe (GP10) — Nur-Lese Ein/Aus-Status der externen Heizmedium-Umwälzpumpe (Register A:1066, Bool). GP10 ist an Klemme X5:2 angeschlossen.
- Ladepumpengeschwindigkeit (GP12) — Nur-Lese Ladepumpengeschwindigkeit für Wärmepumpe EB100 (Register A:1636, Int16). GP12 ist die Umwälzpumpe zwischen dem SMO S40 und der angeschlossenen Luft/Wasser-Wärmepumpe.
Durchflussüberwachung
- Durchflusssensor (BF1) — Durchfluss des Heizmediums vom Durchflusssensor BF1, nur lesen (Register A:40, Int16, Faktor 10, l/m). Optionaler Sensor nützlich zur Überwachung der Heizleistung und COP-Schätzung.
Elektrische Überwachung (Lastmonitor)
Drei Stromsensoren überwachen die eingehenden Phasenleiter:
- Strom Phase 1 (BE1) — Phase-1-Strom vom CT-Sensor BE1 (Register A:50, UInt32, Faktor 10).
- Strom Phase 2 (BE2) — Phase-2-Strom vom CT-Sensor BE2 (Register A:48, UInt32, Faktor 10).
- Strom Phase 3 (BE3) — Phase-3-Strom vom CT-Sensor BE3 (Register A:46, UInt32, Faktor 10).
Der Lastmonitor verhindert das Auslösen der Hauptsicherung des Gebäudes durch Reduzierung der Zusatzheizstufen bei hohem Stromverbrauch. Konfigurieren Sie die Sicherungsgröße in Menü 7.1.9.
Betriebszeitenstatistiken
- Gesamtlaufzeit Zusatzheizung — kumulative Betriebsstunden des elektrischen Zusatzheizers (Register A:1025, Int32, Faktor 10). Nützlich zur Überwachung der Zusatzheizungsnutzung und Energieeffizienz.
Weitere Funktionen
Der SMO S40 stellt insgesamt über 1400 Register bereit. Über die 26 Geräte in der Vorlage hinaus bietet das Gerät auch Kompressorstatus und Laufzeit (EB100), Kompressor-Startanzahl, aktuelle Status-Bitmaske (Heizung/Warmwasser/Kühlung-Flags), Energieflussmessungen (Warmwasser, Heizung, Pool — nur Kompressor und Kompressor + Zusatzheizung), Puls-Energiezähler-Ablesungen (BE6/BE7), Gradminuten-Schwellenwerte für Kompressor- und Zusatzheizungsstart, Alarmaktionskonfiguration und Ferienfunktionssteuerung. Diese können in einem zukünftigen Update zur TapHome-Vorlage hinzugefügt werden.
Fehlerbehebung
Keine Modbus-Kommunikation
- Überprüfen Sie, dass das Ethernet-Kabel am XF8-Port der Displayeinheit angeschlossen ist (nicht an der RS-485 Klemmleiste X9)
- Prüfen Sie Menü 7.5.9 — Modbus TCP/IP muss auf Ein stehen
- Überprüfen Sie die IP-Adresse in Menü 3.1.13 („Verbindungen")
- Stellen Sie sicher, dass TapHome Core und der SMO S40 im selben Netzwerk/Subnetz sind
- Bestätigen Sie, dass keine Firewall Port 502 blockiert
- Prüfen Sie, dass die Firmware-Version 2.2.1 oder neuer ist
IP-Adresse ändert sich nach Neustart
Der SMO S40 unterstützt kein mDNS. Bei Verwendung von DHCP kann sich die IP-Adresse nach einem Stromausfall oder einer Lease-Erneuerung ändern. Erstellen Sie eine DHCP-Reservierung im Router oder konfigurieren Sie eine statische IP in Menü 5.2.
Fehlende Sensorwerte
Nicht alle Sensoren sind standardmäßig installiert. BT50 (Raumsensor) muss nach der physischen Installation in Menü 1.3 aktiviert werden. BT6, BT7, BT25 und BT71 erfordern den Anschluss des entsprechenden Sensors an die Klemmleiste X10. Wenn ein Sensor nicht installiert ist, gibt das Register einen Standard- oder Fehlerwert zurück.
Hinweis zur Registeradressierung
Die TapHome-Vorlage verwendet die native NIBE-Registernummerierung. Community-Bibliotheken (z.B. die nibe Python-Bibliothek) verwenden einen +1 Offset für Eingangsregister — zum Beispiel ist BT1 Register 1 in TapHome, aber Register 30002 in der Bibliothek. Dies ist ein bekannter Unterschied in der NIBE-Konvention, kein Fehler.
