Der Geminox THRi ist ein Gas-Brennwertkessel, der über das Amit DM-OT2 OpenTherm-zu-Modbus-RTU-Gateway mit TapHome verbunden wird. Das DM-OT2 übersetzt das OpenTherm-Protokoll des Kessels in Modbus-RTU-Holding-Register und ermöglicht TapHome den Zugriff auf Temperatursensoren, Heizungs- und Warmwasserthermostate, Brennerstatus und Wärmequellenleistungsüberwachung.
Die Vorlage verwendet Bitmask-Register für Status und Steuerung (H:100 und H:200), Float-Register für Temperaturen und Druck sowie einen zyklischen Mechanismus zum Lesen zusätzlicher OT-Register, um Min/Max-Werte aus OpenTherm-Data-IDs abzurufen, die nicht auf Standardregister gemappt sind.
Hardwareanschluss
Gateway-Übersicht
Das Amit DM-OT2 ist ein DIN-Schienen-montierter Konverter mit galvanisch isolierter RS-485-Schnittstelle und einer OpenTherm/+-Schnittstelle. Es fungiert als OpenTherm-Master, der mit dem Kessel kommuniziert, und als Modbus-RTU-Slave auf dem RS-485-Bus.
Technische Daten
- Stromversorgung: 20–30 V DC, max 30 mA
- Betriebstemperatur: -40 °C bis +70 °C
- Protokoll: Modbus RTU Slave, RS-485
- Baudrate: 9600, keine Parität, 2 Stoppbits
- Max. Konverter: 63 in einem RS-485-Netzwerk
- RS-485-Isolation: Galvanisch, 500 V AC
- Montage: 35 mm DIN-Schiene
Klemmenanschlüsse
| Klemme | Signal | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1 | G485 | RS-485 Masse |
| 2 | B | RS-485 Signal B (-) |
| 3 | A | RS-485 Signal A (+) |
| 4 | GND | Masse Stromversorgung |
| 5 | +24V | Stromversorgung +24 V DC |
| 6 | RC1 | OpenTherm/+-Schnittstelle |
| 7 | RC2 | OpenTherm/+-Schnittstelle |
RS-485-Verkabelung zu TapHome
Verbinden Sie mit einer 3-Draht-RS-485-Verbindung:
- A (Klemme 3) → A+/D+ an TapHome RS-485
- B (Klemme 2) → B-/D- an TapHome RS-485
- G485 (Klemme 1) → GND an TapHome-Stromversorgung (zwingend erforderlich)
Wichtig — Erdung
Die G485-Masseleitung muss zwischen dem DM-OT2 und der TapHome-Stromversorgung angeschlossen werden. Ohne korrekte Erdung können Kommunikationsfehler auftreten.
Busabschluss
Das DM-OT2 hat Jumper für den RS-485-Abschluss:
- Jumper gesteckt — Endstation (Idle-Zustände und Abschlüsse aktiv). Verwenden Sie dies am letzten Gerät am Bus.
- Jumper nicht gesteckt — Zwischenstation. Verwenden Sie dies bei allen anderen Geräten.
Beide Jumper müssen immer gleichzeitig gesetzt werden.
Konfiguration
DIP-Schalter-Adressierung
DIP-Schalter ADR0–ADR5 (Schalter 1–6) legen die Modbus-Slave-Adresse fest (Bereich 1–63). Adresse 0 ist nicht zulässig.
Adressberechnung: Jeder Schalter repräsentiert einen Binärwert — ADR0=1, ADR1=2, ADR2=4, ADR3=8, ADR4=16, ADR5=32. Summieren Sie die Werte der Schalter in ON-Position.
Adressbeispiele:
| Adresse | Schalter ON |
|---|---|
| 1 | ADR0 |
| 2 | ADR1 |
| 3 | ADR0 + ADR1 |
| 5 | ADR0 + ADR2 |
| 10 | ADR1 + ADR3 |
Empfohlen: Adresse 1 (ADR0=ON, alle anderen OFF).
Kommunikationsgeschwindigkeit
DIP-Schalter COMM0–COMM3 (Schalter 7–10) konfigurieren Baudrate und Parität. Für TapHome stellen Sie ein:
- COMM0: OFF, COMM1: OFF, COMM2: ON — dies wählt 9600 Baud, keine Parität
Ohne Parität verwendet das DM-OT2 automatisch 2 Stoppbits. Änderungen werden sofort wirksam.
Protokollauswahl
DIP-Schalter MODE (Schalter 11) wählt das Protokoll:
- Nicht gesteckt (OFF) — Modbus RTU (erforderlich für TapHome)
- Gesteckt (ON) — ARION-Protokoll
Eine Änderung wird nach einem Neustart wirksam.
Gerätefunktionen
Statusüberwachung
Drei binäre Statussensoren lesen einzelne Bits aus dem Statusregister (H:100):
- Brenner (Bit 4) — zeigt an, ob die Brennerflamme aktiv ist
- Heizung (Bit 2) — zeigt an, ob die Zentralheizung aktiv ist
- Warmwasserbereitung (Bit 3) — zeigt an, ob die Warmwasserbereitung aktiv ist
Diese Sensoren aktualisieren sich alle 2500 ms und bieten Echtzeit-Einblick in den Betriebszustand des Kessels.
Heizungs- und Warmwassersteuerung
Zwei Freigabeschalter steuern Heizung und Warmwasser über das Steuerregister (H:200):
- Heizung Freigabe (Bit 5) — aktiviert oder deaktiviert die Zentralheizung
- Warmwasser Freigabe (Bit 6) — aktiviert oder deaktiviert die Warmwasserbereitung
Beide Schalter verwenden ein Read-Modify-Write-Muster: Die Vorlage liest das gesamte H:200-Register, maskiert das Zielbit, setzt den neuen Wert und schreibt zurück. Ein zählerbasierter Debounce (cnt=5 Abfragezyklen) stellt sicher, dass der Schalter den geschriebenen Zustand sofort nach dem Umschalten anzeigt und verhindert ein Flackern, während der Kessel den Befehl verarbeitet.
Temperaturthermostate
Zwei Thermostatgeräte bieten sowohl aktuelle Temperaturmessung als auch Sollwertsteuerung:
- Heizkreistemperatur — liest die aktuelle Vorlauftemperatur aus H:102 (Float) und liest/schreibt die Solltemperatur in H:201 (Float). Ein Serviceattribut zeigt den Min/Max-Sollwertbereich aus OpenTherm Data-ID 49.
- Warmwasserthermostat — liest die aktuelle Warmwassertemperatur aus H:106 (Float) und liest/schreibt die Solltemperatur in H:205 (Float). Ein Serviceattribut zeigt den Min/Max-Sollwertbereich aus OpenTherm Data-ID 48.
Temperatursensoren
Drei schreibgeschützte Temperatursensoren bieten zusätzliche Überwachung:
- Abgastemperatur (H:118) — Abgastemperatur des Kessels, nützlich zur Überwachung der Verbrennungseffizienz
- Rücklauftemperatur (H:108) — Rücklauftemperatur aus dem Heizkreis
- Außentemperatur (H:110) — Außentemperatur vom Kesselsensor, verwendet für witterungsgeführte Heizkurven
Alle Temperaturregister verwenden das 32-Bit-Float-Format (2 aufeinanderfolgende Holding-Register).
Drucküberwachung
- Heizkreisdruck (H:114) — Wasserdruck im Heizkreis in bar. Niedriger Druck kann auf ein Leck oder die Notwendigkeit einer Nachfüllung hinweisen.
Wärmequellenleistung
- Wärmequellenleistung — ein Dimmer-Modell, das die Modulationsstufe des Kessels darstellt. Zwei Serviceattribute aus OpenTherm Data-ID 15 zeigen den minimalen Modulationsprozentsatz und die maximale Kesselleistung in kW.
Lesen zusätzlicher OpenTherm-Register
Die Vorlage enthält einen zyklischen Mechanismus zum Lesen von OpenTherm-Data-IDs, die nicht direkt auf Standard-Modbus-Register gemappt sind. Dies dient zum Abrufen von Min/Max-Temperaturbereichen und Kesselkapazitätsdaten.
So funktioniert es:
- Das Modul ReadScript aktiviert das Lesen zusätzlicher OT-Register durch Setzen von Bit 10 in H:200
- Es schreibt die gewünschte OpenTherm-Data-ID in H:216 und löst ein Lesen über H:217 aus
- Die Antwort erscheint in H:120, der Status in H:121 (1=Erfolg, 3=Fehler)
- Das Skript durchläuft zyklisch drei Data-IDs: 48 (Warmwasser Min/Max), 49 (Heizung Min/Max) und 15 (Kesselkapazität)
Die abgerufenen Werte werden in internen Variablen (TUV_MM, Top_MM, Kotol_MM) gespeichert und als Serviceattribute an den entsprechenden Geräten bereitgestellt.
Servicediagnose
Das Modul stellt neun Serviceattribute zur Überwachung bereit:
- Gateway ID (H:0) — bestätigt den Gateway-Typ (197 = DM-OT2)
- Firmware-Version (H:1) — aktuelle Firmware-Version des Gateways
- Zeit (H:2) — Betriebszeitzähler des Gateways
- Guard Time (H:4) — Timeout zur Bewertung von Modbus-Kommunikationsfehlern in Millisekunden
- Neustartzähler (H:8) — Anzahl der Gateway-Neustarts (über Serviceaktion rücksetzbar)
- Modbus-Nachrichtenzähler (H:9) — Gesamtzahl verarbeiteter Modbus-Nachrichten (über Serviceaktion rücksetzbar)
- Warmwasser vorhanden (H:100, Bit 6) — ob Warmwasserbereitung verfügbar ist
- TV2 vorhanden (H:100, Bit 7) — ob ein sekundärer Heizkreis verfügbar ist
- Wärmequellenleistung [%] (H:112) — aktuelle Kesselmodulation in Prozent
Zwei Serviceaktionen ermöglichen das Zurücksetzen der Gateway-Zähler:
- Neustartzähler zurücksetzen — löscht den Neustartzähler des Gateways (H:8)
- Modbus-Nachrichtenzähler zurücksetzen — löscht den Modbus-Nachrichtenzähler (H:9)
Das Modul ReadScript überwacht auch den OpenTherm-Kommunikationsstatus (H:100 Bit 0) und Gerätefehler (H:100 Bit 1, H:101) und meldet diese als Fehler und Warnungen in TapHome.
LED-Anzeigen
| LED | Funktion |
|---|---|
| PWR | Konverter ist mit Strom versorgt |
| RxD | Datenempfang auf RS-485 |
| TxD | Datensendung auf RS-485 |
| RxOT | Datenempfang auf OpenTherm |
| TxOT | Datensendung auf OpenTherm |
Normalzustand: PWR leuchtet, RxD/TxD blinken während der Modbus-Kommunikation, RxOT/TxOT blinken während der OpenTherm-Kommunikation.
Fehlerbehebung
Keine Modbus-Kommunikation (RxD/TxD LEDs blinken nicht)
- RS-485-Kabel prüfen:
- A (Klemme 3) korrekt an A+/D+ von TapHome angeschlossen
- B (Klemme 2) korrekt an B-/D- von TapHome angeschlossen
- G485 (Klemme 1) an Masse der TapHome-Stromversorgung angeschlossen — häufigster Fehler
- Modbus-Slave-Adresse an DIP-Schaltern ADR0–ADR5 überprüfen
- Bestätigen, dass DIP-Schalter MODE auf OFF steht (Modbus RTU ausgewählt)
- Kommunikationsgeschwindigkeit prüfen (COMM0=OFF, COMM1=OFF, COMM2=ON für 9600 Baud)
- Bestätigen, dass TapHome eingestellt ist auf: 9600 Baud, keine Parität, 2 Stoppbits
Keine OpenTherm-Kommunikation (RxOT/TxOT LEDs blinken nicht)
- Verkabelung zwischen RC1/RC2-Klemmen und dem OpenTherm-Anschluss des Kessels prüfen
- Überprüfen, ob der Kessel OpenTherm unterstützt (nicht alle Geminox-Modelle haben eine OT-Schnittstelle)
- Prüfen, ob das DM-OT2 korrekt mit Strom versorgt wird (20–30 V DC)
OT-Kommunikationsfehler in TapHome
Wenn TapHome „OT communication error" meldet (Status Bit 0 = 0):
- OpenTherm-Verkabelung zwischen DM-OT2 und Kessel prüfen
- DM-OT2 durch Aus- und Einschalten der Stromversorgung neu starten
- Serviceattribut Guard Time prüfen — wenn auf 0 gesetzt, ist die Verbindung dauerhaft als getrennt markiert
Gerätefehler in TapHome
Wenn TapHome „Device error" meldet (Status Bit 1 = 1):
- Den Wert des Last-Error-Registers aus den TapHome-Warnungen ablesen
- Im Servicehandbuch des Kessels den spezifischen Fehlercode nachschlagen
- Der Fehler stammt vom Kessel selbst, nicht vom Gateway
Zusätzliche Funktionen
Das DM-OT2-Gateway stellt auch Register für die Vorlauftemperatur des Kessels (H:116), die direkte Warmwassertemperatur (H:104) und zusätzliche Steuerbits auf H:200 für OT-Kommunikationsfreigabe und Fehlerbestätigung bereit. Diese können in einem zukünftigen Vorlagen-Update hinzugefügt werden.
