
Der Brink Flair ist ein Wärmerückgewinnungsgerät (HRV), das über Modbus RTU per RS-485 mit TapHome verbunden wird. Die TapHome-Vorlage unterstützt die Modelle Flair 325 und Flair 400 und arbeitet im Volumenstrom-Steuerungsmodus, der eine direkte Volumenstrom-Sollwertvorgabe in m3/h ermöglicht. Die Vorlage bietet Volumenstromregelung mit Standby-Modus, Bypass-Klappen-Management, Lüftergeschwindigkeitsüberwachung mit detaillierter Diagnose, Temperatur- und Feuchtemessungen für Zu- und Abluft, Filterstatus mit Reset-Funktion sowie bis zu vier CO2-Sensoren.
Der Brink Flair verwendet die Leiterplatte UWA2-B (Standardversion) oder UWA2-E (Plus-Version) für die Modbus-Kommunikation. Kein zusätzlicher Adapter oder Modul erforderlich — die RS-485-Schnittstelle ist direkt im Gerät integriert.
Hardwareanschluss
RS-485-Anschluss
Die Modbus RS-485-Verbindung verwendet einen roten 3-poligen Stecker:
- Standardversion (nur UWA2-B): An Stecker X15 auf der UWA2-B-Leiterplatte anschließen
- Plus-Version (UWA2-B + UWA2-E): An Stecker X06 auf der UWA2-E Plus-Leiterplatte anschließen

| Pin | Signal |
|---|---|
| 1 | RS485-Ground |
| 2 | RS485-A |
| 3 | RS485-B |
Anschlussvarianten

- (A) Standard Brink HRA mit nur der UWA2-B-Leiterplatte — Modbus an X15 anschließen
- (B) Brink HRA Plus mit UWA2-B und Plus-Leiterplatte UWA2-E — Modbus an X06 anschließen
Wenn Brink-Geräte kaskadiert sind (bis zu 10 Geräte über den internen Bus), muss der Modbus-Anschluss am Master-Gerät mit der Plus-Leiterplatte UWA2-E vorgenommen werden.
Leiterplattenlayout und Jumper-Einstellungen

Jumper-Konfiguration für Modbus:
| Jumper | Aktion |
|---|---|
| X12 | 120-Ohm-Abschlusswiderstand — entfernen, wenn TapHome Core bereits Terminierung bereitstellt |
| X121, X122 | Müssen für den Modbus-Betrieb entfernt werden |
| X07 (nur Plus-Leiterplatte) | Muss entfernt werden, wenn Modbus auf der UWA2-E Plus-Leiterplatte verwendet wird |
Bei Verwendung von Modbus die Jumper X121 und X122 von der UWA2-B-Leiterplatte entfernen. Bei Verwendung des internen Bus (Kaskadierung ohne Modbus) die Jumper X12, X121 und X122 wieder einsetzen.
Kommunikationsparameter
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Protokoll | Modbus RTU (RS-485) |
| Baudrate | 19200 |
| Datenbits | 8 |
| Parität | Gerade |
| Stoppbits | 1 |
| Standard-Slave-ID | 20 (konfigurierbar 1–247) |
Für die RS-485-Verbindung (Pins 2 und 3) ein verdrilltes Leiterpaar verwenden.
Konfiguration
Modbus-Kommunikation aktivieren
Die Modbus-Kommunikation muss am Brink Flair-Touchscreen-Display aktiviert werden:
- Zu Einstellungen > 14 Kommunikation navigieren
- 14.1 Bus-Verbindungstyp auf ModBus setzen (Werkseinstellung)
- 14.2 Slave-Adresse auf die gewünschte Adresse setzen (Standard: 20)
- 14.3 Baudrate auf 19k2 (19200 Baud) setzen
- 14.4 Parität auf Gerade setzen
Wenn Modbus aktiv ist, kann die Lüftungseinstellung nicht über das Display, den Mehrstellungsschalter oder angeschlossene Feuchtesensoren geändert werden. Die gesamte Steuerung erfolgt ausschließlich über Modbus.
Modbus-Steuerungsmodus
Die TapHome-Vorlage initialisiert das Gerät im Volumenstrom-Steuerungsmodus (Register SH:8000 = 2). Dies ermöglicht eine direkte Volumenstrom-Sollwertvorgabe in m3/h statt voreingestellter Schalterpositionen.
Nach einem Stromausfall werden die Register 8000–8011 zurückgesetzt und müssen neu beschrieben werden. Die Vorlage erledigt dies automatisch über ihr Initialisierungsskript.
Import-Parameter MaxAirFlow
Beim Importieren der Vorlage in TapHome muss der Parameter MaxAirFlow dem Gerätemodell entsprechen:
| Modell | MaxAirFlow |
|---|---|
| Flair 325 | 325 |
| Flair 400 | 400 (Standard) |
Dieser Parameter steuert die Volumenstrom-Skalierung — der Dimmer bildet 0–100 % auf 50–MaxAirFlow m3/h ab.
Gerätefunktionen
Volumenstromregelung
- Volumenstromregelung — das primäre Steuergerät, als Dimmer dargestellt, der 0–100 % auf 50–MaxAirFlow m3/h abbildet. Bei 0 % wird der Standby-Modus aktiviert (Lüfter aus). Jeder Wert über 0 % nimmt den Normalbetrieb wieder auf und setzt den gewünschten Volumenstrom über Register SH:8002
- Zuluft-Volumenstrom — aktuell gemessener Zuluft-Volumenstrom in m3/h
- Abluft-Volumenstrom — aktuell gemessener Abluft-Volumenstrom in m3/h
Bypass-Klappensteuerung
- Bypass — steuert die Wärmetauscher-Bypassklappe mit drei dokumentierten Modi: Automatisch (0), Geschlossen (1) und Offen (2). Die Bypassklappe ermöglicht es, Frischluft im Sommer an dem Wärmetauscher vorbeizuleiten, wenn Kühlung gewünscht ist. Ein Service-Attribut meldet den physischen Status der Bypassklappe (Initialisierung, Offen, Schließen, Geschlossen)
Lüfterüberwachung
- Zuluftlüfter — liest die Zuluftlüftergeschwindigkeit als Prozentsatz der maximalen Drehzahl. Enthält sechs Service-Attribute: Lüfterstatus (Inaktiv, Läuft, Nicht gefunden, Blockiert, Lüfterfehler), Soll- und Ist-Zuluftvolumenstrom (m3/h), Massenstrom (kg/h), Lüfterdrehzahl und Einlass-Anemometergeschwindigkeit (RPM)
Temperatur und Feuchte
- Zulufttemperatur und -feuchte — Zulufttemperatur in °C (Register A:4036, /10 Umrechnung) und relative Feuchte (Register A:4037)
- Ablufttemperatur und -feuchte — Ablufttemperatur in °C (Register A:4046, /10 Umrechnung) und relative Feuchte (Register A:4047)
Inkonsistenz bei der Feuchteskalierung: Die Vorlage teilt die Feuchteregister (A:4037, A:4047) durch /10 und dann durch /100 (gesamt /1000). Die offizielle Dokumentation gibt an “Zehntel Prozent, durch 10 teilen”, was Werte von 0–100 % ergeben würde. Die angezeigten Feuchtewerte können deutlich niedriger als erwartet erscheinen. Dies ist ein bekanntes Problem der Vorlage.
Filterüberwachung
- Filter — meldet den Filterstatus: sauber (0) oder verschmutzt (1). Enthält eine Warnung, wenn das Filteraustauchsignal (H:6170) aktiv ist. Zwei Service-Attribute zeigen Tage und Luftvolumen seit dem letzten Filterwechsel. Eine Service-Aktion setzt den Filterwarnungszähler zurück
Ungleichgewichtssteuerung
- Ungleichgewicht erlaubt — aktiviert oder deaktiviert das Zuluft-/Abluft-Volumenstrom-Ungleichgewicht. Wenn aktiviert, kann der Zuluft-Volumenstrom gegenüber dem Abluft-Volumenstrom um den in den Ungleichgewichtseinstellungen konfigurierten Prozentsatz erhöht werden. Wird zur Kompensation eines offenen Kamins verwendet
CO2-Überwachung
Das Modul stellt vier CO2-Sensormessungen (Register A:4201, A:4203, A:4205, A:4207) als Service-Attribute bereit, die die Konzentration in ppm melden. Der CO2-Sensormodus (ein/aus) ist ebenfalls über das Service-Attribut H:6150 lesbar.
Diagnose auf Modulebene
Das Modul bietet umfangreiche Service-Attribute zur Überwachung:
- Aktueller Modus — aktiver Betriebsmodus (Standby, Manuell, Urlaub, Nachtlüftung, Party, Bypass Boost, Normal Boost, Auto CO2, Auto Modbus und andere)
- Modbus-Steuerung — aktueller Steuerungsmoduszustand (Ausgeschaltet, Schaltermodus, Volumenstrom-Modus)
- Modbus-Schnittstellentyp — Schnittstellenkonfiguration (Brink, Brink Connect, Externer Kunde)
- Vorheizerstatus — Vorheizerstatus (Initialisierung, Inaktiv, Aktiv, Testmodus) mit Ausgangsleistung in Prozent
- NTC1-Temperatur — Außenlufttemperatur vom NTC1-Sensor
- Volumenstrom-Sollwerte und -Messungen — Soll- und Istwerte für Zu- und Abluft in m3/h
- Abluftdruck — aktueller Abluftkanaldruck in Pa (/10 Umrechnung)
- Modbus-Slave-Adresse — Rücklesewert der aktuellen Slave-Adresse
Service-Aktionen auf Modulebene umfassen: Schnittstellentyp auf Brink Connect setzen, Modbus-Volumenstromregelung aktivieren, Gerätezurücksetzung, Standby-Modus setzen und beenden, Zuluft- und Abluft-Ungleichgewichtsoffsets einstellen (−15 % bis +15 %) sowie die Filterwarnung zurücksetzen.
Weitere Funktionen
Der Brink Flair stellt auch Register für den Lüftersteuerungstyp, den Lüftungsmodus (Urlaub/Niedrig/Normal/Hoch/Auto), den Zuluftdruck, den Abluftlüfterstatus und -drehzahl, den Abluft-Massenstrom, den Frostschutzstatus mit Heizleistung und Lüfterreduzierung, die Durchflussschalterposition, zusätzliche NTC- und RHT-Sensoren, die Bypass-Schrittposition, Volumenstromvoreinstellungen, Bypass-Temperatureinstellungen, Froststeuerungs-Schwellenwerte, Filterwarnung-Intervall, externe Heizkörperkonfiguration, Feuchtesensoreinstellungen, CO2-Sensor-Schwellenwerte und Betriebszähler bereit. Diese können in einem zukünftigen Vorlagen-Update hinzugefügt werden.
Fehlerbehebung
Keine Modbus-Kommunikation
- RS-485-Kabelanschlüsse überprüfen: Pin 1 = GND, Pin 2 = A, Pin 3 = B
- Sicherstellen, dass Jumper X121 und X122 von der UWA2-B-Leiterplatte entfernt wurden
- Bestätigen, dass Schritt 14.1 am Touchscreen auf “ModBus” gesetzt ist
- Kommunikationsparameter in TapHome mit den Geräteeinstellungen abgleichen (19200 Baud, gerade Parität, Slave-ID 20)
- Bei Verwendung der Plus-Leiterplatte prüfen, ob Jumper X07 entfernt wurde und Modbus an X06 (nicht X15) angeschlossen ist
Gerät wechselt nicht in den Auto-Modbus-Modus
Das Modul-Leseskript prüft Register A:4020 und gibt eine Warnung aus, wenn der Modus nicht “Auto Modbus” (12) oder “Standby” (0) ist. Wenn die Warnung bestehen bleibt:
- Prüfen, ob Register SH:8000 auf 2 (Volumenstrom-Modus) gesetzt ist — das Initialisierungsskript der Vorlage erledigt dies automatisch
- Sicherstellen, dass keine andere Steuerungsschnittstelle (Display, Mehrstellungsschalter) die Modbus-Einstellung überschreibt
- Gerät neu starten und auf die Neuinitialisierung der Vorlage warten
Filterwarnung lässt sich nicht löschen
Die Geräte-Filterzurücksetzungsaktion schreibt 1 in Register SH:8010, was laut offizieller Dokumentation korrekt ist. Nach dem Auslösen des Resets Register 8010 zurücklesen — ein Wert von 0xFF zeigt an, dass der Reset fehlgeschlagen ist. Das Filterstatusregister (A:4100) kann einen Abfrageabzyklus benötigen, um sich zu aktualisieren.
In der Vorlage besteht eine Inkonsistenz: Die Filterzurücksetzungsaktion auf Modulebene schreibt 0 in Register SH:8010, während die Aktion auf Geräteebene und die offizielle Dokumentation das Schreiben von 1 vorgeben. Für zuverlässigen Betrieb die Aktion “Filterwarnung zurücksetzen” auf Geräteebene beim Filter-Gerät verwenden.
Feuchtewerte erscheinen zu niedrig
Die Vorlage wendet /10/100-Skalierung auf Feuchteregister an, was Werte erzeugen kann, die ungefähr 1000-mal niedriger als erwartet sind. Wenn die Feuchte bei normalem Gerätebetrieb Werte nahe null anzeigt, handelt es sich um ein bekanntes Skalierungsproblem der Vorlage. Für eine aktualisierte Vorlagenrevision den TapHome-Support kontaktieren.
